Wir greifen so oft am Tag danach. Morgens trocknen wir damit unser Gesicht ab, nach jedem Händewaschen wischen wir uns die Hände damit ab und nach dem Duschen oder Baden trocknen wir unseren ganzen Körper. Ein Handtuch (oder seine größere Variante – ein Badetuch) ist einfach ein Gegenstand, ohne den wir uns normale Hygiene nicht mehr vorstellen können. Aber woher kommen Handtücher? Wie lange gibt es sie schon und wie sahen sie vor Hunderten von Jahren aus? Der Weg zu den heutigen Handtüchern war ziemlich lang. Aber wie bereits angedeutet, werden sie in irgendeiner Form verwendet, seitdem die Menschen sich konsequenter mit Hygiene auseinandersetzen.
Die Geschichte der Handtücher reicht bis in die Antike zurück. Obwohl es sich noch nicht um die Handtücher handelte, die wir heute kennen, war den Menschen damals bereits bewusst, wie wichtig es ist, ihren Körper abzutrocknen. Anfangs nutzten sie Pflanzen, Blätter, Stoffe oder sogar Felle. Im antiken Griechenland und Rom wuchs der Bedarf an Abtrocknetränken mit dem Aufkommen öffentlicher Bäder. Damals dienten Leinenstücke als Handtücher. Es dauerte jedoch mehrere Jahrhunderte, bis die Menschheit Handtücher entwickelte, die den heutigen ähneln. Das moderne Handtuch, wie wir es heute kennen, hat seine Wurzeln im 17. Jahrhundert in der Türkei, dem damaligen Osmanischen Reich. Dort entstanden die ersten Handtücher, die in türkischen Bädern, den sogenannten Hammams, nicht nur zum Abtrocknen, sondern auch zum Bedecken des Körpers beim Baden verwendet wurden. Ein Jahrhundert später verbesserten die Türken die Handtücher weiter und schufen die erste Version des Handtuchs, das wir heute als Frottee kennen. Dieser neue Stoff hatte Schlingen auf der Oberfläche, die Wasser besser aufnehmen konnten als glatte Stoffe. Und es waren die Schlingen, die die Verwendung von Handtüchern revolutionierten, dank ihrer besseren Trocknungsfähigkeit und des angenehmeren Griffs.
Von Baumwolle zu modernen Materialien
Das Frotteehandtuch wurde schnell beliebt, nicht nur wegen seiner Fähigkeit, Wasser schnell aufzunehmen, sondern auch wegen seiner Weichheit und seines Komforts. Die Produktionsweise verbreitete sich daher von der Türkei aus in ganz Europa. Dies war nur ein kleiner Schritt hin zur Massenproduktion, zu der auch die industrielle Revolution im 19. Jahrhundert beitrug. Mit der Entwicklung der Textilindustrie und der Erfindung mechanischer Webstühle war es möglich, Handtücher in viel größeren Mengen und zu einem niedrigeren Preis herzustellen. Die ersten Fabriken zur Herstellung von Baumwollhandtüchern entstanden daraufhin in England und Frankreich.
Im 20. Jahrhundert wurden Handtücher zu einem alltäglichen Bestandteil des westlichen Lebens. Sie wurden in verschiedenen Farben, Mustern und Größen für unterschiedliche Zwecke hergestellt – von Hand- und Gesichtstüchern bis hin zu großen Badetüchern. Im Laufe der Zeit kamen verschiedene Materialien zum Einsatz, wie zum Beispiel Mikrofaser, die noch leichter ist und schneller trocknet.
Auch heute noch im Einsatz
Handtücher sind heute in jedem Haushalt unverzichtbar und gehören zur Hygiene, zum Sport sowie zu Strand- und Poolaktivitäten. Sie werden aus verschiedenen Materialien hergestellt, sind in vielen Größen und Formen erhältlich und können sogar individuell angefertigt werden.